Nachruf

Karlheinz Rees Karlheinz Rees

Karlheinz Rees wurde 1935 geboren und hatte seinen Lebensmittelpunkt immer in Wiesbaden. Hier war er eine lange Zeit eine Stütze des Rechnungswesen einer großen Wiesbadener Versicherungsgesellschaft, hier lebte er mit seiner Frau und seiner Tochter, und hier war er Teil des Wiesbadener Kulturlebens – interessiert und lebhaft, beispielsweise als Sänger im R+V-Chor, vor allem aber als Mitglied des Vorstandes der Mozart-Gesellschaft Wiesbaden. Er gehörte dem Vorstand der Gesellschaft über Jahrzehnte an und war zweiundzwanzig Jahre unser Schatzmeister. In dieser Eigenschaft war er unermüdlich tätig, plante und beaufsichtigte alle Vorgänge der Finanzen und half so, ein zuverlässiges und sicheres Gerüst unseres gesamten Tuns herzustellen. Mit der ihm eigenen Beharrlichkeit war er in der Lage, künstlerische Pläne auf den Boden der Tatsachen zurückzuführen und damit letztlich auch zu ermöglichen. Als gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft war er immer wieder in der Kirchgasse zu finden, wo er der Geschäftsstelle und unseren vielen ehrenamtlichen Helfern mit Rat und Tat zur Seite stand.Für mich stellte Karlheinz Rees den wichtigen Übergang vom Gründer der Mozart-Gesellschaft Wiesbaden, Kurt Breuer, zu einer in die Zukunft gerichteten Arbeit dar. Er „wusste alles" und gab dieses Wissen auch gern und zielführend weiter. Im Laufe der Zeit hat sich so eine Freundschaft entwickelt, die wichtig war und durchaus Auseinandersetzungen über wichtige Fragen nicht scheuen musste. Differenzen konnten immer ausgeglichen werden und führten zu einem guten Ergebnis für die gesamte Gesellschaft. Aus seiner Vorliebe für ganz bestimmte Werke Mozarts machte er keinen Hehl, aus seiner Abneigung gegen manche andere auch nicht – immer wieder Anlass zu freundschaftlichem Austausch. Mir ist noch gut in Erinnerung, wie er vor einer Aufführung des Mozartschen Klarinettenkonzertes bemerkte, dass dieses Stück nun nicht gerade zu seinen Favoriten gehöre; um so mehr freute ich mich, wie er nach der Aufführung durch unseren Preisträger des Mozart-Wettbewerbes 2008 zu mir kam und sagte, nun hätte er endlich dieses Stück in seiner ganzen Schönheit und seinem Rang erkannt. Ganz ähnlich verhielt es sich bei dem letzten Orchesterkonzert der Mozart-Gesellschaft, das er erleben konnte. Am 30. Januar dieses Jahres nahmen die Wiesbadener Mozartianer im Konzert der Sinfonietta Köln unter großem Beifall zur Kenntnis, dass die Mitgliederversammlung Ende letzten Jahres Karlheinz Rees zum Ehrenmitglied der Mozart-Gesellschaft Wiesbaden ernannt hatte. In diesem Konzert nun stand an erster Stelle Mozarts Sinfonie Es-Dur KV 132 – und auch hier wiederum fand ein sicherlich für alle, die mit Musik zu tun haben, anrührendes Ereignis statt: Karlheinz Rees hörte zum ersten Mal diese Sinfonie, die er sofort in sein Herz schloss, und in den folgenden Tagen immer wieder hörte.Im Rahmen der letzten Mitgliederversammlung der Mozart-Gesellschaft hatte Karlheinz Rees sein Amt als Schatzmeister abgegeben, blieb aber weiterhin Mitglied des Vorstandes. Auf seinen Rat nun müssen wir in Zukunft leider verzichten. Am 27. Februar 2011 ist Karlheinz Rees gestorben – wir werden sein Andenken stets in Ehren halten.

Wolfgang Hainer

Vorsitzender der
Mozart-Gesellschaft Wiesbaden e.V.