Die Künstler des 2. Orchesterkonzerts

Württembergisches Kammerorchester Heilbronn (Foto: Fotostudio M42)

Württembergisches Kammerorchester Heilbronn

 

Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn (WKO) setzt mit stilsicherer künstlerischer Vielfalt und dem gelebten Ideal kammermusikalischen Musizierens Maßstäbe. Seine emotionale und sinnliche Klangkultur besticht im Ausreizen einer reichen Farbpalette von ätherischer Transparenz bis hin zum leidenschaftlich romantischen Klang. Als musikalischer Partner überzeugt das Orchester mit starker Wandlungsfähigkeit und der Kunst des musikalischen Dialogs auf Augenhöhe. Damit hat sich das WKO als eines der gefragtesten Kammerorchester etabliert. Seit 2002 prägt Ruben Gazarian als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter diesen Stil.


Zahlreiche Gastspielreisen führen das Orchester regelmäßig durch Deutschland und ins Ausland. Höhepunkte der letzten Jahre waren u.a. die Royal Albert Hall in London, das Concertgebouw Amsterdam, die Victoria Hall in Genf, das Tschaikowsky Konservatorium Moskau, das Théâtre des Champs-Elysées in Paris, der Musikverein Wien, die Philharmonie Berlin, die Hamburger Laeiszhalle und die Philharmonie Köln sowie Tourneen durch Korea, Kambodscha, China und jüngst Spanien.


Das Orchester ist mit seinen Abonnementkonzerten in Heilbronn und Ulm, der innovativen Konzertreihe redblue meets klassik in Kooperation mit INTERSPORT, der KSK-Kammermusikreihe unter der Pyramide, regelmäßigen Musiktheater-Kooperationen mit dem Theater Heilbronn und dem Musikvermittlungsprogramm KOPFHÖRER eine Säule des kulturellen Lebens in der Region.


Seit seiner Gründung 1960 durch Prof. Jörg Faerber hat das WKO mit vielen renommierten Künstlern zusammen gearbeitet und stets auch junge Nachwuchstalente gefördert – nicht nur im Konzert, sondern auch für CD-Aufnahmen. Martha Argerich (CD), Maurice André (CD), Kolja Blacher, Alfred Brendel, Rudolf Buchbinder, Gautier Capuçon, Giora Feidman, Julia Fischer, Juan Diego Floréz, James Galway (CD), Evelyn Glennie, Hilary Hahn, Sharon Kam (CD), Vesselina Kasarova, Gidon Kremer, Katia & Marielle Labèque, Mischa Maisky, Sabine Meyer (CD), Wolfgang Meyer, Viktoria Mullova, Anne-Sophie Mutter, Sergei Nakariakov (CD), Christiane Oelze, Ivo Pogorelich, Thomas Quasthoff (CD), Christine Schäfer, Daniel Müller-Schott, Frank Peter Zimmermann (CD) und Tabea Zimmermann haben u.a. mit dem WKO zusammen gearbeitet.


Davon zeugt auch die reiche Diskografie des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn mit weit über 500 Werken. 2015 hat das WKO einen Teil zum Gesamtaufnahmeprojekt der Violinwerke Mieczysław Weinbergs von Geiger Linus Roth beigesteuert. Im selben Jahr ist eine Aufnahme mit dem jungen Hornisten Felix Klieser bei Berlin Classics veröffentlicht worden, darauf Hornkonzerte von Joseph und Michael Haydn sowie W. A. Mozart. Gerade erschienen ist eine CD für Kinder mit Andersen-Märchen, vertont von Andreas N. Tarkmann und erzählt von Juri Tetzlaff und Malte Arkona. Für 2017 sind Veröffentlichungen von Solokonzerten der klassischen Ära mit Cellist Valentin Radutiu sowie ein Beitrag zum Bernstein-Jahr 2018 mit Kolja Blacher geplant.

 

Ruben Gazarian (Foto: Fotostudio M42)

Ruben Gazarian

 

Ruben Gazarian ist seit der Konzertsaison 2002/2003 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn. Das Standardrepertoire des Orchesters hat er durch Ausweitung auf sinfonische Besetzung und durch die Wahl zahlreicher Werke aus der Romantik, der frühen Moderne und der Avantgarde bereichert. Seit Beginn des Jahres 2015 übernimmt Gazarian zusätzlich zu seiner Heilbronner Chefposition die Künstlerische Leitung des Georgischen Kammerorchesters Ingolstadt.


Als Gastdirigent stand Ruben Gazarian am Pult des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR, des WDR-Sinfonieorchesters Köln, des Staatsorchesters Kassel, des hr- Sinfonieorchesters Frankfurt, der Hamburger Symphoniker, des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, des Frankfurter Museumsorchesters (Orchester der Oper Frankfurt), des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden, der Nordwestdeutschen Philharmonie Herford, des Orchestre National de Lyon, des Jerusalem Symphony Orchestra, des Orchesters Rishon LeZion (Orchester der Oper Tel Aviv), des Tonkünstler Orchesters Niederösterreich, des Belgrader Philharmonischen Orchesters, des Philharmonischen Orchesters des Staatstheaters Cottbus, des Zürcher Kammerorchesters und vielen anderen.
Erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet Ruben Gazarian mit so namhaften Solisten wie u. a. Gautier und Renaud Capuçon, Julia Fischer, Hilary Hahn, Katia & Marielle Labèque, Elisabeth Leonskaja, Sabine Meyer, Sharon Kam, Viktoria Mullova, Sergei Nakariakov, Gerhard Oppitz, Frank Peter Zimmermann, dem Beaux Arts Trio und dem Gewandhaus-Quartett.


Ruben Gazarian stammt aus Armenien. Im Alter von vier Jahren erhielt er den ersten Violinunterricht von seinem Vater. Es folgte eine Ausbildung an der Spezialmusikschule „P. I. Tschaikowsky“ und später am Konservatorium in Eriwan beim Primarius des berühmten Borodin-Quartetts R. Aharonian. Seine solistische Laufbahn begann Ruben Gazarian 1983 mit Recitals und Auftritten mit verschiedenen Kammer- und Sinfonieorchestern. Noch während des Studiums erhielt er einen Sondervertrag als Vorspieler und Solist des Staatlichen Kammerorchesters Armenien und war zeitgleich Geiger im Staatlichen Klaviertrio des Armenischen Rundfunks und Fernsehens.
Im Jahr 1992 setzte Ruben Gazarian sein Violinstudium an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig fort und schloss es 1995 mit dem Konzertexamen ab. Noch im gleichen Jahr folgte ein Dirigierstudium – ebenfalls an der Leipziger Musikhochschule –, welches er 1998 mit Höchstnote absolvierte. Nach mehrjähriger Tätigkeit (1993-1998) als Erster Konzertmeister des Westsächsischen Symphonieorchesters wurde Ruben Gazarian 1999 zu dessen Chefdirigenten gewählt. Unmittelbar vor seinem Amtsantritt beim WKO Heilbronn im September 2002 wurde Gazarian zum Preisträger des 1. Solti Dirigentenwettbewerbs in Frankfurt am Main.


Eine umfangreiche und stets wachsende Diskografie dokumentiert die Bandbreite des Künstlers, seinen sicheren Umgang mit Werken verschiedener Stilrichtungen und umfasst Repertoire aus der Zeitspanne von der Wiener Klassik bis in die heutige Zeit.

Linus Roth (Foto: Dan Carabas)

Linus Roth

 

Seit der Auszeichnung mit dem Echo-Klassik-Preis als „Bester Nachwuchskünstler 2006“ für seine EMI Debut CD gehört Linus Roth zu den interessantesten Geigern seiner Generation und hat sich nicht nur mit dem Standardrepertoire, sondern auch mit der Wieder- oder Neuentdeckung zu Unrecht vergessener Werke einen internationalen Namen gemacht. 

 

Als Solist trat Linus Roth u.a. mit dem Orchester der Staatsoper Stuttgart, dem Münchner Kammerorchester, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, den Radiosinfonieorchesters des SWR und Berlin, dem Orquesta de Cordoba, dem Orchestra della Toscana Florenz, dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, der Wiener Kammerphilharmonie, dem Berner Sinfonie-orchester, dem Orchestra del Teatro San Carlo Neapel, dem Kölner Kammerorchester und dem Brucknerorchester Linz auf. Zu den Dirigenten, mit denen er zusammenarbeitete, gehören u.a. Gerd Albrecht, Herbert Blomstedt, Andrey Boreyko, Dennis Russell Davies, Hartmut Haenchen, Manfred Honeck, James Gaffigan, Mihkel Kütson und Antoni Wit. Als leidenschaftlicher Kammermusiker ist Linus Roth u.a. mit Nicolas Altstaedt, Gautier Capuçon, Kim Kashkashian, Albrecht Mayer, Nils Mönkemeyer, Andreas Ottensamer, Itamar Golan und Danjulo Ishizaka aufgetreten. Eine jahrelange Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem argentinischen Pianisten José Gallardo. 

 

Mit besonderem Interesse widmet sich Linus Roth in Konzert und Aufnahme dem Schaffen von Mieczyslaw Weinberg. Die 2013 bei Challenge Classics veröffentlichte und von Publikum und Presse vielbeachtete Einspielung aller Werke für Geige und Klavier von Mieczyslaw Weinberg fand mit der Aufnahme von Weinbergs Violinkonzert mit dem Deutschen Symphonie-Orchester und dem Concertino mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn ihre Fortsetzung (beide CDs wurden mit dem „Editor ́s Choice“ des Gramophone Magazine ausgezeichnet). Das Oeuvre von Mieczyslav Weinberg in der Öffentlichkeit bekannter zu machen, ist auch das Anliegen der Internationalen Weinberg Society. Der von Linus Roth 2015 gegründete Verein widmet sich der Organisation und Unterstützung von Konzerten, Lesungen, Ausstellungen, interdisziplinären Veranstaltungen, sowie Publikationen in Ton und Schrift zu Werk und Leben des polnisch-jüdischen Komponisten. 

 

Nachdem Linus Roth die Vorklasse von Prof. Nicolas Chumachenco an der Musikhochschule Freiburg besucht hatte, studierte er zuerst bei Prof. Zakhar Bron. Darauf folgten mehrere Studienjahre bei Prof. Ana Chumachenco an den Musikhochschulen Zürich und München. Weitere wichtige Anregungen erhielt er auch von Salvatore Accardo, Miriam Fried und Josef Rissin. Während seiner Studienzeit war er außerdem Stipendiat der Anne-Sophie Mutter Stiftung. Im Oktober 2012 wurde Linus Roth auf eine Professur für Violine an das "Leopold-Mozart-Zentrum" der Universität Augsburg berufen. 

 

Linus Roth die Stradivari „Dancla“ aus dem Jahr 1703 - eine freundliche Leihgabe der Musikstiftung der L-Bank Baden-Württemberg.