Die Künstler des 1. Orchesterkonzerts

Philharmonisches Staatsorchester Mainz

 

Das Philharmonische Staatsorchester Mainz bestimmt seit Jahrhunderten die Musikkultur der Stadt Mainz und hat sich zu einem der bedeutendsten Klangkörper der gesamten Rhein-Main-Neckar-Region entwickelt. Im Laufe der Jahre standen viele große Dirigenten und Komponisten, wie z. B. Richard Strauss, Gustav Mahler und Hans Knappertsbusch, am Pult des Orchesters. Hermann Bäumer setzt als Chefdirigent seit der Spielzeit 2011/12 mit innovativen Programmen und neuen Formaten, diese Entwicklung äußerst erfolgreich fort.

                                                        

Die Wurzeln des Orchesters reichen zurück bis zur Hofkapelle der Mainzer Kurfürsten. So feierte das Philharmonische Staatsorchester 2014 unter dem Motto „500 Jahre für Mainz“ die bis ins Jahr 1514 reichenden Anfänge der Mainzer Orchesterkultur unter Erzbischof und Kurfürst Albrecht von Brandenburg.

 

Neben der Mitwirkung bei den Musiktheateraufführungen des Staatstheaters Mainz sind die Musikerinnen und Musiker des Staatsorchesters in verschiedensten Konzertreihen auf dem Podium zu erleben: Sinfoniekonzerte, Sonder- und Kammerkonzerte zeichnen sich durch eine beziehungsreiche Programmdramaturgie aus, die auch für Neues und Experimente offen ist. Darüber hinaus leistet das Philharmonische Staatsorchester mit einem umfangreichen und spannenden Programm einen wesentlichen Beitrag zur Kinder- und Jugendarbeit.

 

Regelmäßig arbeitet das Orchester mit renommierten Gast-Dirigenten wie zuletzt u. a. Krzysztof Penderecki, Peter Hirsch, Olari Elts, Michail Jurowski, Marko Letonja, Patrick Lange, Andreas Spering und Gast-Solisten wie Carolin Widmann, Isabelle Faust, Midori, Antje Weithaas, Brett Dean, Jörg Widmann, Mari Kodama, Herbert Schuch, Christian Poltéra, Tzimon Barto, Kolja Blacher, Jean-Efflam Bavouzet, Julian Steckel, Baiba Skride, Lilya Zilberstein, Claudia Barainsky und vielen anderen zusammen.

Foto: Felix Broede

Hermann Bäumer

 

„...ein erfrischend wenig mit der eigenen Wirkung (...) beschäftigter, dafür offenkundig penibel an der Musik interessierter Dirigent“, Dresdner Neueste Nachrichten über das Debüt mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

 

Hermann Bäumer ist seit der Spielzeit 2011/2012 Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz sowie Generalmusikdirektor des dortigen Staatstheaters. Seine durchdachten und einfallsreichen Programme sowie die Auseinandersetzung mit außergewöhnlichem musikdramatischem Repertoire bescheren ihm großen Zuspruch von Publikum und Fachpresse. Als einstiger Berliner Philharmoniker weiß er um die Raffinessen guter Orchesterarbeit und wird für seine bescheidene und der Musik verpflichtenden Art von Orchestern auf der ganzen Welt geschätzt.

 

Er dirigierte Orchester wie die Sächsische Staatskapelle Dresden, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, die Stuttgarter Philharmoniker, die Bamberger Symphoniker, das Bayerische Staatsorchester München, das Rundfunksinfonieorchester Berlin, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das hr-Sinfonieorchester, das WDR Rundfunkorchester, das Ensemble Resonanz in Hamburg, das Radiosinfonieorchester Oslo, die Norwegian National Opera, das Helsinki Radio Orchestra, das Iceland Symphony Orchestra, das Sinfonieorchester St. Gallen und das New Japan Philharmonic Orchestra. In der Saison 2015/16 gastiert Hermann Bäumer u. a. bei der Staatskapelle Halle, beim Sinfonieorchester St. Gallen, bei der Robert-Schumann-Philharmonie in Chemnitz, bei den Hofer Symphonikern, bei den Aachener Symphonikern oder auch bei den Qingdao und Guiyang Symphony Orchestras in China.

 

Hermann Bäumer ist ein begnadeter Entdecker und Wiederentdecker für rares Repertoire. Am eigenen Haus in Mainz  stehen in 15/16 unter anderem Zemlinskys Der Zwerg und Poulencs Dialogues des Carmelites auf dem Spielplan. In der Saison 2005/06 uraufführte Hermann Bäumer – damals als GMD am Theater Osnabrück – unter großer Beachtung von Presse und Publikum Alex Nowitz’ Bestmannoper; unter nicht minder großer Aufmerksamkeit stand in der Saison 2007/08 Gounods La Nonne Sanglante auf dem Spielplan. Weitreichenden Zuspruch erhielt 2013 in Mainz auch Hans Werner Henzes Prinz von Homburg. Er leitete Kurt Weills Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonnny an der Komischen Oper Berlin sowie die Uraufführung der Oper Rotter von Torsten Rasch in der Inszenierung von Katharina Thalbach an der Kölner Oper.

 

Mit der NDR Radiophilharmonie nahm Hermann Bäumer in 2006 August Ennas Heiße Liebe für cpo und mit dem Iceland Symphony Orchestra Jón Leifs Edda I für das Label BIS auf. Zu weiteren CD-Aufnahmen gehört die Ersteinspielung des besagten Wundertheater von Henze mit den Osnabrücker Symphonikern sowie die Sinfonien Nr. 1 und 2 von Karl Höller mit den Bamberger Symphonikern. Ein weiteres Projekt war die Kompletteinspielung der Symphonien von Josef Bohuslav Foerster mit den Osnabrücker Symphonikern (ECHO Klassik 2009 für den ersten Teil). Im Dezember 2009 erschien d’Alberts Seejungfräulein und die Sinfonie op. 4 und im Sommer 2010 Gounods La Nonne Sanglante, die mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik 3/2010 ausgezeichnet wurde (cpo).

 

Aktuelle Aufnahmen beinhalten Werke von Christian Wilhelm Westerhoff (Symphonieorchester Osnabrück, cpo) und von Friedrich Gernsheim (Staatsorchester Mainz, cpo) sowie eine hervorragend besprochene Einspielung der Violinkonzerte Bruchs mit der Geigerin Antje Weithaas und der NDR Radiophilharmonie (cpo).

Darüber hinaus ist Hermann Bäumer landesweit besonders geschätzt für die Zusammenarbeit mit zahlreichen Jugendorchestern wie beispielsweise dem Bundesjugendorchester, der Jungen Deutschen Philharmonie und dem LJO Rheinland-Pfalz.

 

Katelyn Emerson

 

Katelyn Emerson, eine junge amerikanische Organistin, gab bisher Konzerte in Europa und den USA, darunter in der Kathedrale von Portier (Frankreich), der Krasnoyarsk Philharmonic Hall (Russland), der Hallgrímskirkja (Island), der St. Patrick‘s Kathedrale (New York, NY, USA), auf der Kotzschmar Memorial Orgel des Merrill Auditoriums (Portland, ME, USA), in der Severance Hall (Cleveland, OH, USA), sowie der Reith Recital Hall des Goshen College (IN, USA). Der amerikanische Organistenverband AGO berichtet über „außergewöhnliche Konzerte, in denen Katelyn mit Leichtigkeit und viel Ausdruck musizierte“. Ihr breites Repertoire umspannt Werke vom 14. bis zum 21. Jahrhundert.

 

Katelyn erhielt 2014 beim 5. Internationalen Orgelwettbewerb Pierre de Manchicourt, ausgetragen in Béthune und Saint-Omer (Frankreich), den 2. Preis. Im folgenden Jahr war sie Zweitplatzierte des Arthur Poister Scholarship Wettbewerbs in Syracuse (New York), dass ihr einen Auftritt im Rahmen der „Rising Star Recitals 2016“ am gleichen Ort ermöglichte. Als jüngste der sieben Finalisten im 8. Internationalen Orgelwettbewerb Mikael Tariverdiev in Kaliningrad (Russland) erspielte sie sich den 3. Preis, sowie den Sonderpreis der Krasnoyarsk Philharmonic Society. Daraus folgte im November 2015 das Konzertdebüt in Russland (Krasnoyarsk).

Katelyn wurde 2015 in das Klassement „20 under 30“ des amerikanischen Orgelmagazins The Diapason aufgenommen. Das Magazin listet darin 20 junge amerikanische Organisten, Orgelbauer, Cembalisten und Chorleiter unter 30 Jahren auf, die sich durch außergewöhnliche Leistungen, Führungskraft, Kreativität und innovative Ideen auszeichnen. Nachgelesen werden kann dies in der Maiausgabe 2015 der Zeitschrift.

 

Der Gewinn des Regionalwettbewerbs junger Organisten 2011 in Lexington, Kentucky, ermöglichte Katelyn 2012 den Auftritt als „Rising Star“ beim nationalen Kongress des amerikanischen Organistenverbandes AGO in Nashville, Tennessee. 2010 gewann sie den High School Organistenwettbewerb Cameron Johnson, erhielt 2013 ein Louise Miller Stipendium und war 2014 Verbandsmitglied auf dem Jahreskongress der AGO in Boston, Massachusetts. Nach dem beeindruckenden Konzert 2015 in der „Church on the Cape” in Cape Porpoise, entschied sich der Ausschuss der McClelland Community Music Foundation, Katelyns zukünftige Ausbildung in Form eines Stipendiums finanziell zu unterstützen.

 

Ein Fulbright-Stipendium ermöglichte es Katelyn, im Studienjahr 2015/2016 Orgel, Cembalo, Hammerklavier und Generalbass bei Michel Bouvard, Jan Willem Jansen und Yasuko Uyama-Bouvard am Konservatorium in Toulouse zu studieren. Im Mai 2015 schloss Katelyn ihr Bachelordoppelstudium in den Fächern Orgel und Französisch mit den Nebenfächern Musikgeschichte und historische Aufführungspraxis der Klaviermusik am „Oberlin College and Conservatory“ ab. Während ihrer Studienzeit in Oberlin unterrichtete sie Musiktheorie an der Oberlin Community Music School, erhielt den Selby Harlan Houston Preis für außergewöhnliche Leistungen in Orgel und Musiktheorie und wurde in die „National Music Honors Society Pi Kappa Lambda“ aufgenommen.

 

Katelyns Ausbildung zur Organistin begann 2005 durch ein Stipendium der Young Organist Collaborative (Portsmouth, NH). Ihre Lehrer waren unter anderem James David Christie, Olivier Latry, Marie-Louise Langlais, Ray Cornils und Dr. Abbey Hallberg-Siegfried. Improvisation studierte sie bei Jeffrey Brillhart, Marie-Louise Langlais und Bálint Karosi, Klavier bei Arlene Kies, Hammerklavier bei David Breitman, Cembalo und Generalbass bei Webb Wiggins, sowie Gesang bei Ellen Hargis.

Katelyn leitet regelmäßig Meisterklassen für Orgelinterpretation und Kirchenmusik und ist selbst als Teilnehmerin verschiedenster Kurse, wie der Oberlin Sommerorgelakademie, aktiv. Bei den McGill Sommerorgelakademien 2011 und 2013 beschäftigte sich Katelyn unter Anleitung von Sietze de Vries, John Grew, Michel Bouvard, Olivier Latry und Hans-Ola Ericsson mit Improvisation, sowie französischer Musik des Barocks und der Romantik. Schwerpunkte waren die Werke Louis Viernes und Olivier Messiaens. Im Rahmen des Sommermeisterkurses 2011 in Poitiers und Epernay lernte sie mit den Dozenten Dr. Jesse Eschenbach und Gene Bedient authentische Instrumente des symphonischen und des barocken Stils in Frankreich kennen.

 

Ab September 2016 wird Katelyn als Organistin und Chorleiterin im kirchenmusikalischen Team der Bostoner „Church of the Advent“ arbeiten. Ihre Aufgaben bestehen unter anderem darin, die historische Aeolian-Skinner Orgel zu spielen und die beiden Chöre der Kirche, einen Profi- und einen Laienchor, zu leiten. Von 2010-2015 war Katelyn Kirchenmusikerin der St. Paul Lutheran Church in Amherst (Ohio) und von 2008-2010 Assistenzorganistin und Pianistin der First Baptist Church in Hampton Falls (New Hampshire). Im Januar 2012 arbeitete sie als Kirchenmusikpraktikantin unter Musikdirektor Keith Tóth an der Brick Presbyterian Church in New York. Im Juli 2012, 2013 und 2014 folgten daraus Vertretungsdienste als Organistin und Chorleiterin. Katelyn stellte neuerschienene Orgelmusik für den Gottesdienst auf dem Regionalkongress der AGO 2013 in Hartford und auf dem Regionalkongress Nordost 2015 in New Haven vor.