Die Künstler des 5. Orchesterkonzerts

Foto: Mona Martinu

Olga Šroubková 

 

Olga Šroubková zählt zu den aufregendsten jungen Geigerinnen der letzten Jahre in Europa. Aufgewachsen in einer Musikerfamilie, studierte sie am Prager Konservatorium und seit 2014 bei Prof. Adam Kostecki an der Hochschule für Musik und Theater Hannover.

Olga ist Preisträgerin zahlreicher tschechischer und internationaler Wettbewerbe, so gewann sie 2018 den 2. Preis beim Internationalen Isaac Stern Violinwettbewerb in Shanghai (China). Olga Šroubková gastiert regelmäßig als Solistin mit den führenden tschechischen und slowakischen Orchestern, u.a. mit der Prager Kammerphilharmonie, den Prager Symphonikern, dem Prager Rundfunkorchester, den Karlsbader Symphonikern, der Staatliche Philharmonie Košice und dem staatlichen Kammerorchester Žilina. Darüber hinaus spielte sie als Solistin in China, Russland und Italien u.a. mit den Shanghai Symphonikern, den Salzburger Solisten, dem Kazan Kammerorchester La Primavera und den Izhevsk Symphonikern. Namhafte Dirigenten wie Michael Stern, Jiří Bělohlávek, Petr Altrichter, Julian Rachlin, Leoš Svárovský, Andrea Barizza, Nuno Coelho, Chuhei Iwasaki, Jiří Rožeň und andere haben bereits mit Olga Šroubková zusammengearbeitet. Sie war bei bedeutenden Musikfestivals wie beim Dvořákova Praha International Music Festival, beim Prague Spring International Music Festival, beim Smetana's Litomyšl National Festival, das Allegretto Žilina, beim Leoš Janáček International Music Festival, Film Music Prague und beim Ticino Musica International Classic zu Gast.

Foto: Wolfgang Schmidt

Douglas Bostock

 

Der britische Dirigent Douglas Bostock

wirkt seit Beginn der Konzertsaison 2019/20 als neuer Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim.

Zuvor war er von 2001 bis 2019 Chefdirigent des Schweizer Sinfonieorchesters „Argovia Philharmonic“, das er in dieser Zeit mit frischen Konzepten und innovativen Formaten künstlerisch erfolgreich in der Orchesterlandschaft positioniert hat. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren die Karlsbader Symphoniker (Chefdirigent und Künstlerischer Leiter 1991-1998), die Tschechische Kammerphilharmonie (Ständiger Gastdirigent 1993-2011), die Münchner Symphoniker (Erster Gastdirigent 2002-2008), das Tokyo Kosei Wind Orchestra (Chefdirigent 2001-2006 / Erster Gastdirigent 2006-2010) und die Schlossoper Hallwyl (Musikalischer Leiter seit 2003).

Sein Repertoire umfasst ein breites Spektrum von Barock bis Moderne einschließlich aller Standardwerke sowie eine Vielzahl selten aufgeführter Werke, zeitgenössische Musik und Opern.

Sein Temperament, sein unverkennbarer Stil und sein Kommunikationstalent machen Douglas Bostock zu einem gern gesehenen Gastdirigenten bei führenden Orchestern in Europa, Amerika und Asien. In Grossbritannien gastierte er u.a. mit den Orchestern der BBC, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, dem Scottish National Orchestra und dem London Philharmonic Orchestra.

Zu seinen weiteren Gastdirigaten zählen u.a. die Münchner Symphoniker, die Orchester in Jena, Erfurt Halle, Århus, Ålborg, Odense, Brno, Bratislava, die Norddeutsche Philharmonie, die Südwestdeutsche Philharmonie, das Stuttgarter Kammerorchester, das Radio-Symphonieorchester Prag, die Prager Symphoniker und viele mehr. Auf dem amerikanischen Kontinent sind es u.a. das National Orchestra Washington, die Orchester in Chicago, Kansas, Colorado, Calgary und Mexiko, in Japan u.a. New Japan Philharmonic, Tokyo City Philharmonic und die Orchester in Nagoya, Kyoto, Kanagawa und Osaka.

Beinahe 100 CD-Aufnahmen dokumentieren das künstlerische Profil und das vielseitige Repertoire von Douglas Bostock. Seine CD-Aufnahmen, z.B. der kompletten Orchesterwerke Carl Nielsens und der Symphonien Robert Schumanns, sowie eine große Reihe mit britischer Musik und viele Ersteinspielungen wenig bekannter Werke finden international hohe Anerkennung und genießen große Beliebtheit.

Douglas Bostock ist ein geschätzter Pädagoge, der sich auch der Arbeit mit jungen Musikern widmet. Er war an der Tokyo National University of the Arts als Gastprofessor tätig, ist Visiting Professor am Senzoku Gakuen College of Music und auch an anderen Musikuniversitäten in verschiedenen Ländern als Gast tätig. Darüber hinaus leitet er Kurse und Meisterklassen für junge Dirigenten.

Mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim arbeitete Douglas Bostock seit 2012 bereits mehrfach als Gastdirigent zusammen und wird nun als neuer Künstlerischer Leiter Klang, Stilistik und Programmatik dieses ebenso traditionsreichen wie innovativen Ensembles prägen und weiterentwickeln.

Südwestdeutsches Kammerorchester (Foto: Wolfgang Schmidt)

 

Südwestdeutsches Kammerorchesters Pforzheim

 

Ein frischer und packender musikalischer Zugriff und stilistische Vielfalt von der Alten bis zur Neuen Musik sind die Erkennungszeichen des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim. Das in der Basis mit vierzehn Musikern aus sieben Nationen besetzte Ensemble ist eines der ganz wenigen „Fulltime“-Kammerorchester: So wird eine außergewöhnliche Homogenität und Flexibilität des Klangbildes möglich, die auch in größerer Besetzung mit Bläsern und weiteren Streichern aus einem festen Musikerstamm erhalten bleibt.


Gegründet wurde das Südwestdeutsche Kammerorchester im Jahr 1950 von dem Hindemith-Schüler Friedrich Tilegant. Rasch fand das Ensemble internationale Anerkennung: Man sprach vom „Tilegant-Sound“, der bei den Festspielen in Salzburg, Luzern und Leipzig und auf weltweiten Konzertreisen zu hören war. Maurice Andre, Dietrich Fischer-Dieskau, Frans Brüggen und Yehudi Menuhin waren nur einige der musikalischen Größen, mit denen das „Südwestdeutsche“ zusammenarbeitete. Nach der Tilegant-Ära wurde das Orchester vor allem durch Paul Angerer, Vladislav Czarnecki und Sebastian Tewinkel geprägt. Mit Beginn der Konzertsaison 2013/14 übernahm Timo Handschuh die Position des Künstlerischen Leiters und entwickelt seitdem Klang, Stilistik und Programmatik dieses ebenso traditionsreichen wie innovativen Ensembles weiter.


Auf seinem Erfolgsweg hat das Südwestdeutsche Kammerorchester neben etlichen Rundfunkaufnahmen etwa 300 Schallplatten und CDs eingespielt, von denen eine ganze Reihe mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Zahlreiche Uraufführungen (Jean Francaix, Harald Genzmer, Enjott Schneider, Mike Svoboda) belegen seine Kompetenz auch für die zeitgenössische Musik.


Auch in jüngerer Zeit musizierte das Kammerorchester mit international bekannten Solisten wie Nigel Kennedy, Mischa Maisky, Cyprien Katsaris, Christian Tetzlaff oder Lars Vogt und war in ganz Europa (Festival Prager Frühling, Schleswig-Holstein-Musikfestival, Schwetzinger Festspiele, Festival Euro Mediterraneo Rom, OsterKlang Wien, Sala Verdi Mailand, Auditorio Nacional Madrid, Berliner Philharmonie), in den USA und in Japan zu Gast. Daneben erweiterte es seine Bandbreite durch neue Programmideen und Projekte in den Bereichen Weltmusik (Giora Feidman), Jazz (Nigel Kennedy, Sebastian Studnitzky), Crossover (Fools Garden), Musik und Literatur (Iris Berben, Senta Berger, Hannelore Hoger), Kabarett (Lars Reichow), Oper (Manfred Honeck), Tanz (Nina Corti, Bettina Castano) und Figurentheater.