Die Künstler des 3. Kammerkonzerts

Ensemble Arava (Foto: Jo Titze)

Ensemble Arava

 

Arava ist hebräisch und bedeutet sowohl Weidenbaum als auch Wildnis. Ein Wort, das zwei starke Bilder vereint – den zarten Weidenbaum als Symbol für den sich ewig erneuernden, fruchtbaren Frühling und die Wildnis als Ort der ungezähmten, fremden Natur. So baut das Ensemble eine Brücke zwischen den Kulturen, in einer Symbiose aus Sprache und Musik, Instrument und Gesang.

 

Das deutsch-israelische Ensemble Arava setzt sich zusammen aus Stimme, Violine, Violoncello und Cembalo. Musik für unsere Besetzung gibt es reichlich, sie wird allerdings zu selten gespielt. Ensemble Arava möchte diese Musik ans Licht zu holen.


In unseren facettenreichen Konzertprogrammen nimmt jeder Musiker mal die Rolle des Begleitenden und mal die Rolle des Solisten ein. Dabei schlagen wir eine Brücke zwischen geistlicher und weltlicher Musik der Barockzeit.


Die Nähe und persönliche Verbindung zum Publikum ist uns sehr wichtig. Deshalb führen wir mit Lust und Feinsinn durch das Programm und geben unseren Zuhörern die Gelegenheit, sich noch tiefer auf die Musik einzulassen.


Als musikalischer Botschafter hat Ensemble Arava die UNESCO City of Music Hannover beim Festival Dia de la musica 2015 in Sevilla vertreten.

Einat Aronstein (Foto: Jo Titze)

Einat Aronstein

 

Die israelische Sopranistin Einat Aronstein begann ihre musikalische Laufbahn als Mitglied des Moran Chors und Moran Vokalensembles, mit dem sie sowohl innerhalb Israels als auch international viele Konzerte sang.


Bereits als Jungendliche und Studentin wirkte sie in vielen Produktionen der Israeli Opera mit, so etwa als Hirtenjunge in „Tosca“, Knabe in „Die Zauberflöte“ und Hänsel in „Hänsel und Gretel“. Später folgten Rollen wie das tote Kind in der Uraufführung von „A Child Dreams“ nach Hanoch Levin (Gil Shohat) an der Israeli Opera und im Staatstheater Wiesbaden, Belinda in „Dido and Aeneas“, Valencienne in „Die lustige Witwe“, Zerlina in „Don Giovanni“ und Gretel in „Hänsel und Gretel“.


Seit 2012 ist sie zunehmend in europäischen Produktionen zu hören, beispielsweise in „Baruchs Schweigen“ (Sheriff) am Stadttheater Fürth und der EntArteOpera, Wien, „Gespräch mit einem Stein“ (Sheriff) und „Der Garten“ (Tal) in der Bundeskunsthalle Bonn sowie im Théatre D’Esch, Luxemburg. Einat ist regelmäßig zu Gast bei internationalen Festivals wie den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, Festival Classique Den Haag und dem Aldeburgh Festival in Schottland.


Sie ist mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden, darunter der Atle Vestersjø Young Talent Award im Internationalen Gesangswettbewerb für Barockoper Pietro Antonio Cesto 2012 in Österreich. 2013
gewann sie den zweiten Preis beim Concorso Lirico Città di Magenta, Italien sowie den Publikumspreis beim Concours International de Chant des Châteaux en Médoc.


Einat ist als Solistin mit zahlreichen namhaften Orchestern und Barockensembles aufgetreten. Dazu zählen das Israeli Philharmonic Orchestra, Philharmonisches Orchester Den Haag, Jerusalem Symphony Orchestra, Barrocade Ensemble und Jerusalem Baroque Orchestra. Dabei hat sie mit Zubin Mehta, Christian Zacharias, Ariel Zuckermann und weiteren bedeutenden Dirigenten zusammengearbeitet. Ihre Rezitale führten sie bisher nach Deutschland, Frankreich, die Schweiz, Großbritannien, Spanien sowie China und Vietnam.

Sophie Wedell (Foto: Jo Titze)

Sophie Wedell

 

Sophie Wedell studierte moderne Violine und Barockvioline bei Anke Dill, Ulf Schneider und Anne Röhrig in Stuttgart und Hannover, wo sie 2016 ihr Masterstudium abschloss. Anschließend brach sie ihre Zelte in Deutschland ab und zog in die Niederlande, wo sie derzeit ihre Kenntnisse im Bereich der historischen Aufführungspraxis bei Kati Debretzeni und Walter Reiter am Königlichen Konservatorium Den Haag vertieft. Wichtige Inspiration erhielt sie u. a. außerdem von Mauricio Fuks, Daniel Sepec, Eberhard Feltz, François Fernandez und Enrico Gatti.

 

Durch ihre Begeisterung für das Ensemblespiel war sie schon früh in verschiedenen kammermusikalischen Formationen aktiv. Von 2011-2015 war sie Gründungsmitglied des Trio Amun, welches auf diversen Wettbewerben erfolgreich war (2012 Sonderpreis Int. Streichtriowettbewerb München, 2014 Finale Deutscher Musikwettbewerb). 2013 war sie Stipendiatin der Kammermusikakademie des Festivals „Heidelberger Frühling“.

 

Sophie ist davon überzeugt, dass jede Epoche der Musikgeschichte Musik hervorgebracht hat, die sich zu hören und zu spielen lohnt. So widmete sie sich im Studium regelmäßig der zeitgenössischen Musik, wie etwa bei einem Austausch der Kompositionsklassen von Tel Aviv und Stuttgart über das Deutsch-Israelische Zukunftsforum, sowie Auftritten beim ECLAT-Festival 2011. Sie spielte mit dem Trio Amun die europäische Uraufführung von Elliot Carters string trio (2011) und nahm das Werk 2013 erstmals auf CD auf.


Sie ist Mitglied von ensemble reflektor und Orchester im Treppenhaus. Beide Ensembles haben sich zum Ziel gesetzt, die Traditionen des Konzertbetriebs zu hinterfragen und mit der klassischen Musik neue, mutige Wege zu gehen. 2012 begann sie, sich verstärkt mit sogenannter Alter Musik zu beschäftigen und entdeckte ihre Liebe zur Barockgeige. Sie spielt regelmäßig in Barockorchestern wie dem norddeutschen Ensemble la festa musicale. Mit Ensemble Arava hat sie eine musikalische Heimat und ein spannendes Feld gefunden, auf dem noch viel selten gehörtes Repertoire zu entdecken ist.

Nora Matthies (Foto: Jo Titze)

Nora Matthies

 

Nora Matthies erhielt ihren ersten Cellounterricht in ihrer Heimatstadt Halle/Saale am Konservatorium Georg-Friedrich Händel und darüber hinaus Gesangs-, Klavier- und Musiktheorieunterricht. Das Studium der künstlerischen Ausbildung führte sie 2002 an die HMT Hannover zu Professor Tilmann Wick. Nach dem Diplom erwarb sie das Orchesterexamen am OrchesterzentrumNRW.


Ein Studium an der HfK Bremen im Fach Barockcello bei Viola de Hoog schloss Nora Matthies 2014 mit dem Master of Music ab. Durch die Mitwirkung in zahlreichen Jugendorchestern (u.a. RIAS Jugendorchester, Junge Deutsche Philharmonie), Praktikum und Aushilfe bei der NDR Radiophilharmonie Hannover und die Aufnahme in die Mahler Chamber Orchester Academy verfügt sie über eine langjährige Orchestererfahrung. Im Jahr 2010 erhielt sie außerdem ein Stipendium der MCO – Stiftung und begleitete das Orchester auf eine Europatournee.


2009-2010 war Nora Matthies festes Mitglied des Folkwang Kammerorchesters Essen. 2014-2015 war sie Akademistin bei Holland Baroque. Mit Barockensembles wie der Hannoverschen Hofkapelle, dem Göttinger Barockorchester und la festa musicale spielt sie regelmäßig Konzerte.


Sie spielt leidenschaftlich gern Kamermusik. Mit dem Ispirato Quartett spielt sie klassische Streichquartette auf historischen Instrumenten. Bei den besonderen Performances mit dem Ensemble megaphon werden der Musik Lichtkunst, Tanz und andere Künste gegenübergestellt. Dabei wird vor allem zeitgenössische Musik zum klingen gebracht.

Avinoam Shalev (Foto: Jo Titze)

Avinoam Shalev

 

Avinoam Shalev begann im Alter von sechs Jahren mit dem Klavierspiel. In seinem Bachelorstudium konzertrierte er sich zuerst auf Klavier und Musikwissenschaft, später wechselte er sein Hauptinstrument zu Cembalo und Orgel. Er schloss seine Studien summa cum laude ab und erhielt gleichzeitig ein Stipendium für das Studienprogramm der Accademia Villa Bossi in Italien. Danach zog er nach Hannover, wo er bei Prof. Zvi Meniker an der HMTMH zwei Masterstudien abschloss, jeweils in Cembalo und Hammerklavier.


Solistisch trat er am Ende seiner Schulzeit im Rahmen einer Europatournee durch mehrere Länder mit dem Orchester der Thelma Yellin High School of Arts und Tschaikowskys 1. Klavierkonzert auf. Außerdem gab er ein Rezital in Frankreich mit einem reinen Clara Schumann Programm. In Israel spielte er mit der Kölner Akademie Cembalokonzerte von Bach.


Auch im Bereich der Kammermusik konnte er bereits viele Erfahrungen sammeln. So sprang er 2011
kurzfristig für den Pianisten Fazil Say ein und brachte mit Mitgliedern des Israeli Philharmonic Orchestra Schuberts Forellenquintett zur Aufführung. 2009-2016 war er Gründungsmitglied des achtköpfigen Ensemble In Camera XV auf historischen Instrumenten. Sowohl als Continuo-Spieler als auch Solist spielt Shalev regelmäßig mit dem jungen Barockorchester la festa musicale, welches die Barockszene Norddeutschlands bereichert.


Avinoam interessiert sich sehr für zeitgenössische Musik. Er spielte das Sextett von Steve Reich an einem Meisterkurs mit dem Komponisten und spielte ein Etude von Pascal Dusapin bei der Preisverleihung des Tel Aviv University Prize an Herrn Dusapin. Er wirkte mit bei der Uraufführung von „Mirage“ vom israelischen Komponisten Tzvi Avni mit und spielte „Harrisons’s Clocks“ von Birtwistle in Hannover.


Avinoam Shalev war von 2003 bis 2011 Stipendiat der America-Israel Cultural Foundation und erhielt von 2012-2013 das Deutschlandstipendium. 2014 erhielt er den für außerordentliche Leistungen als Klavierbegleiter Preis der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius am Bundeswettbewerb für Gesang.